Albert Schweitzer
 

Ich bin Leben, das leben will,
inmitten von Leben, das leben will.

Zum höheren Leben gehört,
dass von ihm alles andere Leben miterlebt wird.

Alles Leben ist Geheimnis;
alles Leben ist Wert..

A.-Schweitzer Portrait
Albert Schweitzer 1875-1965
 


Wie die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer zu ihrem Namen kamen

 

125 Jahre alt wäre Albert Schweitzer am 14. Januar 2000 geworden. Er wurde 1875 in Kaysersberg im Oberelsaß als Sohn eines Pfarrers geboren und ist uns allen als großer Theologe, Tropenarzt, Philosoph, Musiker und Friedensnobelpreisträger in Erinnerung.

Albert Schweitzer übernahm zu Lebzeiten die Patenschaft für unsere Kinderdörfer und ist uns seither ein Vorbild und Wegbegleiter.
Schon 1903 schrieb er an seine spätere Ehefrau Helene Breslau von seinem Herzenswunsch, einmal selbst Waisenkinder aufzunehmen und für sie zu sorgen. Dieser Wunsch erfüllte sich nicht. Er folgte seiner Berufung zum Missionsarzt.

Am 4. November 1954 erhielt Albert Schweitzer rückwirkend für 1952 den Friedensnobelpreis. Helene Schweitzer nahm an der Feier in Oslo teil. Auf den Pressefotos wirkt sie neben dem stattlichen Albert Schweitzer zart und zerbrechlich, mit schneeweißem Haar, früh gealtertem Gesicht und rundem Rücken. Sie versuchte sich meist vor den Fotografen zu verstecken und hielt oft die Hände vors Gesicht, wenn die Blitzlichter aufleuchteten. Doch diese Feier zu Ehren ihres Mannes war auch für Helene ein anrührendes Ereignis.
Als Höhepunkt brachten am Abend dreißigtausend junge Norweger den Schweitzers einen Fackelzug. Das Ehepaar stand nebeneinander auf dem Balkon des Osloer Rathauses, sah auf die jungen Menschen im flackernden Licht hinab, die feierlich einen Choral anstimmten, und Helenes verklärtes Gesicht glich auf einmal wieder dem der jungen Frau.
Schweitzers Rede bei der Preisverleihung hatte das Thema: »Das Problem des Friedens in der heutigen Welt«.

Nach seinen Idealen kümmern wir uns in unseren Kinderdörfern und Familienwerken um Menschen, die unsere Hilfe brauchen. In ganz Deutschland sind es Kinder und Jugendliche, Alte, Kranke und behinderte Menschen, denen wir zur Seite stehen.
Albert Schweitzer hat sich wenig zu pädagogischen Themen geäußert. Was für unsere Arbeit in Theorie und Praxis eine Rolle spielt, ist das Menschenbild und die Ethik, die Albert Schweitzer geprägt hat. Daraus leiten sich die Inhalte der Arbeit in unseren Einrichtungen ab, die zusammen mit moderner Pädagogik zu einer eigenständigen Ausrichtung führt.
Unabhängig von Konfession, familiärem oder kulturellem Hintergrund werden Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung gefördert und unterstützt.

Albert Schweitzer war bei seinen vielfältigen Begabungen als Musiker, Arzt und Theologe immer ein Mensch der Tat. Es sagte was er dachte, und er tat, was er sagte. Seine Glaubwürdigkeit ist stark mit dieser Übereinstimmung von Wort und Tat verbunden. Er forderte von niemanden etwas, was er nicht auch selber bereit gewesen wäre zu geben.
Er verbrachte einen großen Teil seines Lebens in Lambarene, um das Elend, das er dort vorfand zu lindern.
Auch die Eltern in Albert-Schweitzer-Kinderdörfern geben sich mit ihrer ganzen Person dieser Aufgabe hin. Sie geben die Trennung von Arbeit und Privatleben weitgehend auf und haben sich dafür entschieden, Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, zu sich in die Familie aufzunehmen. Für Kinder gibt es kein besseres Zuhause als eine Familie. Die Kinderdorf-Familie kann und soll den Kindern gesundes Vorbild sein und ein Modell für ihren eigenen Lebensentwurf bieten.
Die Kinderdorfeltern sind in ihrer ganzen Person gefordert. Sowohl fachliche wie auch persönliche, hauswirtschaftliche und handwerkliche Fähigkeiten werden von dem Paar erwartet.
Auch da ist das Leben und Wirken Albert Schweitzers Vorbild. In Lambarene hat er sich um alle Belange gekümmert, vom Hausbau bis zur Operation.

Den Kontakt, den Albert Schweitzer zu uns aufgenommen hat, pflegte seine Tochter Rhena Schweitzer-Miller bis zu ihrem Tode durch regelmäßige Besuche in unseren Kinderdörfern.
Bei dieser Gelegenheit erzählte sie uns immer viel aus dem Leben ihres Vaters, das nicht aus Büchern zu entnehmen ist. Nun sind es die Enkelinnen Albert Schweitzers, Monique Egli und Christiane Engel, die unsere Arbeit mit ihrem persönlichen Interesse und Engagement bereichern und unterstützen. Sie halten das Andenken an den Menschen Albert Schweitzer mit ihren Erzählungen lebendig.

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Lebenslauf

 
  • 1875   am 14. Januar wird er in Kaysersberg im Oberelsass geboren
  • 1893   Studium der Theologie und der Philosophie, dazu Musiktheorie
  • 1898   1. theologisches Examen, Musikunterricht bei Charles Marie Widor
  • 1899   Doktor der Philosophie
  • 1900   Doktor der Theologie
  • 1902   Professor der Theologie in Straßburg
  • 1903   Direktor des Stifts St. Thomas
  • 1905   Beginn des Medizinstudiums
  • 1912   Heirat mit Helene Breslau
  • 1913   Doktor der Medizin, Ausreise nach Lambarene
  • 1914   Internierung in Lambarene
  • 1915   Er findet den Ausdruck "Ehrfurcht vor dem Leben"
  • 1918   Rückkehr ins Elsass
  • 1924   Rückkehr nach Lambarene
  • 1928   Goethe-Preis der Stadt Frankfurt a. M.
  • 1949   Reise nach Amerika
  • 1954   Friedensnobelpreis für 1952
  • 1965   am 4. September stirbt Albert Schweitzer in Lambarene

A.-Schweitzer Portrait

 

 

 

 


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Weitere Infos:

 
Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum:

www.albert-schweitzer-zentrum.de

Intern. Albert Schweitzer Foundation:

www.schweitzer.org