Presseberichte

2011    2010    2009    2007 - 2008     2003 - 2006    1999 - 2002
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Der Bote 21.12.2006
Tiefe Einschnitte verarbeiten Text
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10 Jahre Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern
Wo Sozialwaisen Hilfe bekommen
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Kinderfonds News Heft 2 - November 2005
Erfolgreiche Stifter-Kooperation
Text
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Mainecho, 18.03.2005, Regionalteile Aschaffenburg, Alzenau
Phantasiereise vor dem Sportunterricht
Text
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Beurer Bladl April/05
Eine Heimat für Sozialwaisen
Noch ein Rohbau, schon bald fertig und bezogen: das Kerbhaus in Neubeuern. Text
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SiemensWelt 7/05
Ingenieure schwitzen für verletzte Kinderseelen
Neubeurer Haus: Morgens Rohbau, abends fertig Text

Artikel Internet, Rückersdorf 17.06.2004
Tag der offenen Tür in Sternenhäusern Text

Kinderfonds News 02.07.2003
Microsoft aktiv für Kinder
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Nürnberger Nachrichten/Pegnitzzeitung Lokal 07.09.2003
Heim für vier Kinder
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Der Bote 21.12.2006

Tiefe Einschnitte verarbeiten

Frauen-Union unformiert sich über das „Sternstundenhaus“

Nürnberger Land – Zwei Häuser und eine Arbeit, die wegen ihrer Menschlichkeit fasziniert: Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler hatte einen Besuch der Frauen-Union und mehreren politischen Persönlichkeiten in den Albert-Schweitzer-Kinderhäusern in Rückersdorf angestoßen. Vor Ort entwickelten sich äußert angeregte Gespräche.

Gruppenbild 10 Jahre AS
 

Was aus dem früheren Waldcafe auf der Ludwigshöhe geworden ist, ist schon eine Attraktion für sich. Die Gäste, darunter neben Marlene Mortler stellvertretender Landrat Norbert Dünkel, Bürgermeister Peter Wiesner, von der Frauen-Union unter anderem bezirksvorsitzende Christina Diener, Kreisvorsitzende Andrea Sternitzke und Ortsvorsitzende Petra Oberhäuser, waren merklich beeindruckt von dem 2001 eingeweihten, freundliche gestalteten Kinderheim des Albert-Schweitzer-Familienwerks.

Dieses „Sternstundenhaus“ beherbergt eine ungewöhnliche Großfamilie: Eine Hausmutter lebt dort mit ihrer Tochter und neun Kindern und Jugendlichen. Ein paar Schritte weiter liegt das kleinere „Sternschnuppenhaus“ mit einem Hausvater, seiner Frau, einem Sohn und vier Kindern und Jugendlichen. Frühere Befürchtungen von Anwohnern, sich mit dem Heim eine „Räuberhöhle“ vor die Haustür zu holen, haben sich nicht bewahrheitet. Die heilpädagogische Einrichtung gehört jetzt einfach dazu – ein Stück Normalität.

13 junge Menschen zwischen acht und 17 Jahren haben in dem Heim eine Ersatzfamilie gefunden. Sie leben jetzt fachkundig begleitet miteinander, nachdem sie zuvor in unterschiedlichsten Verhältnissen Schlimmes durchgemacht haben. Missbrauch, Scheidung, psychisch kranke Eltern – alle haben auf unterschiedlichste Weise den Kontakt zu ihren Müttern und Vätern verloren. Verschiedene psychische Auffälligkeiten und Entwicklungsstörungen sind die Folge. „Sie müssen sich nur vorstellen, wie es ist, wenn Ihnen eine Beziehung in die Brüche geht – das schmerzt“, erläutert Heiner Koch, Geschäftsführer des Albert-Schweitzer Familienwerks. Tiefe Einschnitt, die für das ganze Leben prägen. Deshalb sind die beiden Häuser nicht einfach nur pädagogische Einrichtungen, in denen „Offenheit herrscht und Grenzen gesetzt werden“, sondern sie bieten darüber hinaus Therapien an. „ Wir wollen hier weiter gehenden Einfluss auf die jungen Laute ausüben“, sagt Koch. Im Idealfall kehren sie sogar zu ihren Eltern zurück, die – wenn sie dazu bereit waren – selbst eine psychologische und pädagogische Betreuung bekommen haben. Für die Therapie der jungen Bewohner gibt es in den Häusern spezielle Räume, hauptsächlich findet sie aber in Alltag und rund um die Uhr statt. Dafür stehen zusätzlich mehrere Fachkräfte zur Verfügung, die sich dreieinhalb Stellen teilen.

Während der Führung durch die zwei Häuser stellten die Besucher viele Fragen, die einen tiefen Einblick in die Alltagsarbeit gaben. Zum Beispiel: Wie schaffen es die Therapeuten, auf Distanz zu bleiben, sich nicht zu sehr emotional zu verstricken? „Das ist ein ständiges Ringen mit sich selbst“, antwortet eine der pädagogischen Fachkräfte. Dafür sind aber eine solide Grundausbildung und Supersvision eine unerlässliche Voraussetzung. Ein Thema war auch das Problem, wie – lange bevor es um einen Heimaufenthalt geht – vernachlässigten oder verwahrlosten Kindern gegen den Elternwillen geholfen werden kann. „Zum Beispiel, wenn Hausärzte oder andere Kontaktpersonen Courage zeigen“, wie Koch vorschlägt. Dünkel sprach an, dass der Landkreis mehr Geld in die vorbeugenden Maßnahmen stecken will, damit möglichst wenige Kinder überhaupt erst ins Heim müssen. „Denn letztlich bleiben diese Kosten dann doch wieder bei uns hängen“, weiß der stellvertretende Landrat. Koch erwähnte auch am Rande, dass im nächsten Jahr in einer ehemaligen Villa in Rupprechtstegen ein weiteres Kinderhaus eröffnet werden soll.

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Zehn Jahre Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern

Wo Sozialwaisen Heim und Hilfe bekommen
Verein mit Sitz in Königsdorf betreut derzeit 45 Kinder in Dörfern, Wohngemeinschaften sowie auch ambulant

Königsdorf (von Aaron Buck)
Für Kinder, die nicht bei den Eltern aufwachsen können, ist es Auffangort: das Albert-Schweitzer-Familienwerk mit Kinderdörfern und betreutem Wohnen. Seit zehn Jahren gibt es den bayerischen Ableger, die Geschäftsstelle sitzt in Königsdorf. Sechzig Mitglieder, sowie 20 Kinder und ebenso viele geladene Gäste werden am Wochenende die zehn Jahre Bestehen feiern.
Gruppenbild 10 Jahre AS
 

Die Kernidee des Familienwerkes beschreibt der Geschäftsführer Heiner Koch so:“ Kleine überschaubare Einrichtungen für Kinder schaffen, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können.“ In diesem Sinne betreibt der Verein in Bayern Kinderdorfhäuser wie das Albert-Schweitzer-Spessarthaus mit sechs Plätzen und Kleinheime wie das Albert-Schweitzer-Sternstundenhaus in Rückersdorf mit bis zu neun Kindern. Auch biete er intensive Kleinst-Einrichtungen, also Erziehungsstellen  mit einem oder zwei Kindern. Beim betreuten Wohnen handelt es sich um Wohngemeinschaften für ältere Jugendliche.

45 Kinder betreut
Insgesamt sind zurzeit 45 so genannte Sozialwaisen in den unterschiedlichen Einrichtungen untergebracht. Es seien unterschiedliche Gründe, weswegen Kinder nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können. Chaos, Verwahrlosung, Krankheit oder Überforderung – „alles, was so durch die Medien geht“,  sagt Diplompädagoge und Erzieher Koch.
Im Landkreis ist das Familienwerk seit 2001 Träger des Waldkindergartens in Bad Tölz, mit aktuell 19 Kindern. Außerdem bietet der Verein, in enger Zusammenarbeit, ambulante Maßnahmen an. Die „Flexiblen Hilfen“ richtet sich an Familien, die sich aktiv an das Jugendamt wenden, weil sie an der Bewältigung ihrer Lebenssituation scheitern.
„So kann zum Beispiel eine Heimunterbringung vermieden, eine akute Krise überwunden oder auch eine Heimrückführung gestemmt werden“, erklärt Koch. „Die Familie steht hier im Vordergrund“. Bei den „Erziehungsbeistandschaften„ hingegen stehe das Kind im Zentrum der Hilfestellung, die seine Eltern bei der Erziehung bekommen. Die Kleinheime und Kinderdörfer werden von Ehepaaren geführt. Das sei, so Koch, der zentrale Unterschied zu SOS-Kinderdörfern, die bis auf Ausnahmen, von allein erziehenden Frauen betrieben werden.

Pädagogen mit Leib und Seele
„Bei der Arbeit als Pädagoge muss man mit der ganzen Person, mit Leib und Seele präsent sein“, sagt er. Ein gutes Betriebsklima sei Voraussetzung, daher pflege er den Kontakt zu allen Mitarbeitern. In dieser Tradition steht das jährliche Treffen im September.
„Jeder ist wichtig und muss das Gefühl haben, dass er als Individuum zählt.“ Diese Mentalität sei der Garant für eine „liebevolle Umgebung“, die sich auf die Kinder übertragen soll. „Sie müssen mit ihren Ängsten, Wünschen und Vorlieben ernst genommen werden“, aber auch Grenzen gesetzt bekommen. Das Wichtigste sei stets die „gegenseitige Achtung“.
Das bayerische Familienwerk ist Mitglied im bundesweiten Verband der Albert-Schweitzer-Familienwerke und Kinderdörfer. Die Einrichtung in Bayern wurde am 14. Mai 1996 gegründet. Damals hatte der Bundesverband festgestellt, dass es für hilfsbedürftige Kinder in Bayern einer eigenen Stelle bedürfe. Drei Institutionen – die Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe, die Kinderstiftung Tabaluga und die Alexander Brochier Stiftung – taten sich bei der Gründung zusammen, erklärt Koch, der zu dieser Zeit stellvertretender Geschäftsführer des Inselhauses war. Nach drei Jahren Anlauf- und Orientierungsphase stieg Koch beim Inselhaus aus und wurde Geschäftsführer des Familienwerkes. „Die Parallelität hatte sich nicht bewährt“, sagte der Diplomsozialpädagoge. Inselhaus und Tabaluga schieden aus, das Familienwerk wurde „was Eigenes, wir haben bei Null angefangen. In den vergangenen Jahren hatten wir“, sagt Koch, „etwa 30 Prozent Wachstum; das spiegelt sich auch in den Kinderzahlen wieder.“ Bislang sitzt die Geschäftsstelle des Vereins im Privathaus des Familienvaters in Königsdorf, die Verwaltung ist in Bichl. Im März ist die Zusammenlegung geplant. Das neben Kochs Grundstück entstehende Haus will der Verein vom Frühjahr an als Zentrale anmieten.

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Stiftungen helfen in Deutschland
Erfolgreiche Stifter-Kooperation

 

Die Albert Schweitzer Familienwerk Bayern Stiftung und die Active Help Kinderfonds
Stiftung ermöglichten den Bau eines Hauses für traumatisierte Kinder.

Ein gestiftetes Grundstück
Schon lange war es der Wunsch von Frau Dr. Ruth Kerb, traumatisierten und benachteiligten Kindern auf ihrem Grundstück ein neues Zuhause zu geben. Sie wandte sich an verschiedene gemeinnützige Organisationen, die ihren Wunsch jedoch nicht umsetzen konnten.

Kinder Hösbach

 

Doch dann erfuhr sie von der Möglichkeit, eine eigene Stiftung zu Gunsten der Albert Schweitzer Familienwerke und Kinderdörfer zu gründen. So entschloss sich die 72-jährige Dr. Ruth Kerb, die Albert Schweitzer-Familienwerk Bayern Stiftung ins Leben zu rufen und ihren gesamten Grundbesitz bei Neubeuern im Landkreis Rosenheim zu stiften. Frau Dr. Kerb brachte den ehemaligen Bauernhof, in dem sie wohnt, sowie acht Hektar Grünland und Wald in ihre Stiftung ein. Auf ihre Initiative hin wurde auf dem Grundstück direkt neben ihrem Haus ein neues Kinderhaus für eine zehnköpfige Albert Schweitzer Familie gebaut. "Das Engagement, das Frau Dr. Kerb zeigt, ist bewundernswert und einmalig", stellt Heiner Koch, Geschäftsführer
des Albert-Schweitzer-Familienwerks Bayern und gleichzeitig Vorstand von Frau Dr. Kerbs Stiftung, fest.

(H)ausbau als Aktivprojekt
Mit Hilfe von Förderern errichtete das Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern den Rohbau für das neue Kinderhaus. Allerdings reichten die Mittel nicht aus, um das Haus fertigzustellen. Wieder half ein Kontakt des Stiftungszentrums weiter. Die Siemens Management Consulting (SMC), eine Abteilung des Großkonzerns, führt regelmäßig Hilfsprojekte durch. Das Besondere dabei: Nicht Handwerker sägen, hämmern und schrauben, sondern die Mitarbeiter der Unternehmensberatung legen vor Ort selbst Hand an. "Wir wollen uns sozial engagieren und etwas für benachteiligte Kinder tun", begründete Albrecht Wild die spontane Zusage, als das Albert-Schweitzer-Familienwerk um Hilfe bat.

An einem Freitag im Mai 2005 rückten 170 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der SMC in Neubeuern an, um das neue Kinderhaus fertigzustellen. Im Haus galt es unter anderem, eine Küche einzubauen und das Parkett zu verlegen. Im Freien wurden ein Spielplatz mit Schaukel, Sandkasten und Grillstelle, ein überdachter Autostellplatz, ein Zaun und ein Ponystall errichtet.

Ein Wunsch geht in Erfüllung
Wenige Wochen später konnte eine Familie mit zwei eigenen und sechs schwer traumatisierten Pflegekindern einziehen. Die Pflegekinder waren sexuellem Missbrauch, massiver Vernachlässigung und Gewalt ausgesetzt und können daher nicht mehr bei ihren leiblichen Eltern leben. Jetzt wohnen sie unter einem Dach mit ihrer Hausmutter, einer Sozialpädagogin und Reittherapeutin, sowie deren Mann, einem Schreiner. Beide haben sich lange auf ihre Rolle als Hauseltern vorbereitet. Sie werden den Kindern den familiären Schutz und die Sicherheit geben, die sie benötigen, um neue Kraft und Mut für ihr Leben zu schöpfen. Frau Dr. Kerb wird in ihrem Bauernhaus wohnen bleiben. Von dort kann sie jeden Tag aufs neue beobachten, wie dank ihrer Stiftung sechs benachteiligte Kinder die Chance auf eine glückliche Zukunft bekommen haben. Ihr so lange gehegter Wunsch ist endlich wahr geworden.

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Phantasiereise vor dem Sportunterricht

  Kinder Hösbach Hösbach. 75 Schüler besuchen derzeit die Ganztagsschule, die seit diesem Schuljahr im Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach (HSG) integriert ist. Für zwei fünfte und eine sechste Klasse endet der Schultag erst um halb Fünf. Die Kinder »leben« also an der Schule. Deshalb muss nachmittags eine Balance zwischen Unterricht, Hausaufgaben und Freizeit gefunden werden. Dafür sind am HSG »Schulsozialarbeiter« eingesetzt.
 

Ute Schubert ist eine von zwei Sozialpädagoginnen des Albert-Schweitzer-Familienwerks Bayern, die 23 Wochenstunden Schulsozialarbeit leisten. Diese beginnt in der Regel mit dem Mittagessen nach dem Vormittagsunterricht gegen 13 Uhr. Schon an der Essensausgabe ist Schubert beteiligt.
Hier wie während ihrer gesamten Arbeit fungiert sie zwar auch als Aufsicht. Aber bereits beim Essen versteht sie sich als eine, die nach dem mitunter belastenden Unterricht erstmal die Kinder »runterbringt«. Oder mit ihnen über Probleme spricht - in der Schule, in der Familie, im Freundeskreis.
Nach der einstündigen Mittagspause beginnen Intensivierungs- und Arbeitsstunden - hier wird, angeleitet von Lehrern, das erledigt, was an der Halbtagsschule Hausaufgaben heißt. Oder es beginnt klassischer Unterricht - meist werden Sport- oder Kunststunden auf den Nachmittag gelegt. Oder es beginnen die so genannten Neigungsgruppen.

»Gelenkte Freizeit«
Diese doppelstündigen Blöcke versteht man am Ganztagsgymnasium als »gelenkte Freizeit«. Hier geht es lockerer zu als im Unterricht, dennoch ist das Angebot klar strukturiert und vor allem: nicht von einem Bildungsauftrag befreit. Die Neigungsgruppen leiten auch die Sozialarbeiterinnen. Das Angebot ist vielfältig: Modellbau, Brettspiele, Instrumentalunterricht, Tischtennis, Bienenzucht, Kochen, Lesen, Tierschutz oder Chor.
Was ist nun der Unterschied dieser Neigungsgruppen am Ganztagsgymnasium zu herkömmlichen Zusatzangeboten am Halbtagsgymnasium? Die Neigungsgruppen sind im Stundenplan verankert. Und sie werden meist von Sozialpädagoginnen und nicht von Lehrern geleitet.
Das Zauberwort heißt »ganzheitliche Förderung«: Die Schulsozialarbeiterinnen versuchen, die Vermittlung von Schulwissen, »soziales Lernen« und eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu verbinden. Ute Schubert sagt: »Schulsozialarbeiter und Lehrer haben grundsätzlich ein anderes Verhalten.« Schwerpunkte der Sozialpädagogen liegen auf der individuellen Förderung der Schüler und auf der Anregung musischer, kultureller und sozialer Interessen.
Die Kinder sollen die Schule eben auch als Lebensraum begreifen: Nicht nur Vokabeln, Grammatik und Formeln werden hier gepaukt; sondern auch Gemeinschaftsgeist, kommunikative Fähigkeiten und Eigenverantwortlichkeit vermittelt. Das unterscheidet die Arbeit der Schulsozialarbeiterinnen auch von hergebrachter Nachmittagsbetreuung, in der es in erster Linie um Aufsicht und Hausaufgabenbetreuung geht.

Entspannungsübungen
Um dies leisten zu können, müssen die Sozialpädagoginnen ihren Bereich mit dem der Lehrer verzahnen: So nehmen sie an den Besprechungen der Lehrer teil, tauschen sich über die Entwicklung einzelner Schüler aus und fahren auch mit ins Schullandheim.
Ein weiterer Baustein in der Schulsozialarbeit: Entspannungs- und Konzentrationsübungen. Denn nach dem Essen brauchen die Kinder erstmal eine Auszeit. Dafür stehen Bälle, Tischtennisschläger oder Gesellschaftsspiele bereit. Zweimal in der Woche bietet Ute Schubert zusätzlich »Phantasiereisen« an.

Gemütliche Höhlen im Klassenraum
Jungen und Mädchen sind in diesen Entspannungsübungen getrennt. Die Jungs ziehen es vor, sich zwischen den Tischen im Klassenraum aus Isomatten und Kuscheldecken gemütliche Höhlen zu bauen. Nach einer Weile kehrt Ruhe ein und die Reise beginnt: Schubert liest Geschichten vor, die in eine andere Welt entführen: »Lasse alle aus dir heraus fließen ... Beschreite den Pfad, der dich in den Regenwald führt ... In deinem Innern steigt eine Lotusblüte auf...«
Wer glaubt, die Jungs fingen nun an, zu kichern, täuscht sich: Eine Viertelstunde lang ist es mucksmäuschenstill.
Irgendwann kriechen die Jungs aus ihren Höhlen heraus und bestätigen voller Überzeugung: »Eine schöne Reise. Wir sind entspannt.« Danach fällt der Sportunterricht viel leichter.

Jens Raab

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Eine Heimat für Sozialwaisen

 

Noch ein Rohbau, schon bald fertig und bezogen: das Kerbhaus in Neubeuern.

Sechs hilfsbedürftige Kinder sollen ab Mai im neuen "Kerbhaus" in Neubeuern leben und aufwachsen. Auch ihre Betreuer ziehen dort ein. Träger der Einrichtung ist das Albert- Schweitzer- Familienwerk Bayern. "Die Kinder, die zu uns kommen, haben sexuelle Missbauchs- und Gewalterfahrungen hinter sich, sie waren einem Umfeld mit massiver Vernachlässigung ausgesetzt", erklärt Heiner Koch, Geschäftsführer beim Albert- Schweitzer- Familienwerk. "Die Kinder sind so genannte Sozialwaisen, sie sind zum Teil seelisch behindert oder von seelischer Behinderung bedroht." Im Mai 2003 hat Dr. Ruth Kerb (70) ihr gesamtes bäuerliches Anwesen in Neubeuern- Pinswang dem Albert- Schweitzer- Familienwerk gestiftet. Die Stifterin wohnt weiterhin im Bauernhof neben dem "Kerbhaus". "Das Engagement, das Frau Dr. Kerb zeigt, ist bewundernswert und fast einmalig", so Koch. Baubeginn für das neue Kinderhaus war im Oktober 2004.

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Ingenieure schwitzen für verletzte Kinderseelen

Neubeurer Haus: Morgens Rohbau, abends fertig

 

Neubeuern - Am Morgen noch ein Rohbau, am Abend ein fertiges Haus, gemütlich mit allem Drum und Dran eingerichtet und schon bezogen: Im Neubeurer Ortsteil Pinswang wird bald gehämmert, geschraubt, geklebt und montiert, dass sich die Balken biegen. 170 Siemens- Mitarbeiter, die aus aller Welt anreisen, machen dann bei einem einmaligen Projekt gewaltig Tempo. Und die Sache ist es wert. Denn die Baustelle, die die flotten Siemens- Männer und -Frauen in nur einem Tag in ein Schmuckes Heim verwandeln, wird ein Haus für verletzte Kinderseelen sein. In der Einrichtung des Albert- Schweitzer- Familienwerkes Bayern finden Kinder, die Opfer sexueller Gewalt oder massiv vernachlässigt wurden, ein neues Zuhause.

"Eine Riesensache", freut sich Neubeuerns Bürgermeister Hans- Jürgen Tremml. "Da wird bei uns eine Menge los sein." Am Freitag, 13. Mai, ist es so weit. Dann wird das Kerbhaus - benannt nach der Stifterin Dr. Ruth Kerb - in Rekordzeit bezugsfertig gemacht. Dass auch er den ganzen Tag anpackt, versteht sich für den Bürgermeister von selbst.
Wenn die 170 Mitarbeiter der Firma Siemens Management Consulting (SMC), eine Abteilung des Konzerns, anreisen, finden sie einen leeren Rohbau vor. Die Inneneinrichtung fehlt komplett: Keine Möbel, keine Lampen, keine Bilder. In vielen Räumen ist noch der Estrich zu sehen. Das Dach ist nicht eingedeckt, die Lerchenholzverschalung ebenfalls noch nicht montiert, die Balkon nur ansatzweise zu erkennen. Es ist kein Garten angelegt, es fehlt der Carport - und von kleinen

Pferdestall, Sandkasten und Spielplatz ist auch nichts zu sehen. Stunden später wird es so aussehen: Der Zaun hochgezogen, der Spielplatz fertig, der Rest auch - und vielleicht brennt sogar ein Grillfeuer vor sich hin. Oder die Kinder machen es sich mit ihrem Hauselternpaar erstmals im liebevoll eingerichteten Wohnzimmer auf der Couch gemütlich.
Das Abenteuerliche dabei: Nicht Handwerker schwitzen für die verletzten Kinderseelen, sondern Mathematiker, Ärzte, Wirtschaftsingenieure, Sekretärinnen, Datenverarbeiter, Berater und Geisteswissenschaftler. Geht das gut? "Natürlich, es ist für uns schon das vierte Projekt dieser Art - und bisher hat stets alles nach Wunsch geklappt", erklärt Albrecht Wild. Der kaufmännische Leiter der Siemens Management Consulting zieht bei dem Unterfangen Kerbhaus die Fäden und lässt die Mitarbeiter dafür extra aus den USA und Asien anreisen.

"Wir wollen uns sozial engagieren und etwas für benachteiligte Kinder tun", begründet er die spontane Siemens- Zusage, als das Albert- Schweitzer- Familienwerk um Hilfe bat. "Zudem gibt es für uns als Unternehmen kein besseres Team- Erlebnis", erhofft sich Wild von dem außergewöhnlichen Tag in Neubeuern auch einen positiven Effekt für die berufliche Zukunft seiner Mitarbeiter.
Nun fiebern alle dem großen Tag entgegen. - wie etwa Bürgermeister Tremml, de kein klassischer "Schreibtischtäter" ist, sondern als gelernter Elektriker fachmännisch Lampen installieren kann und auch ansonsten handwerklich geschickt ist. Das dann nichts mehr schief gehen - auch nicht an einem Freitag, den 13.

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Microsoft aktiv für Kinder

 

Inspiriert durch die Active Help Kinderfonds Stiftung baute Andreas Krumpholz mit 40 Microsoft Kollegen ein Spielareal für benachteiligte Kinder.

Als Beirat des Kinderfonds Stiftungszentrums hat Andreas Krumpholz viel Einblick in die Arbeit der einzelnen Kinderfonds Stiftungen. Besonders interessiert hat den für Microsoft Deutschland arbeitenden Juristen (Senior Atorney) das Engagement der Siemens Management Consulting (SMC). Die gesamte SMC Belegschaft setzt sich mit ihrer Active Help Kinderfonds Stiftung für benachteiligte und notleidende Kinder ein und legt dabei selbst Hand an.
97 Prozent Zustimmung

Das letzte Projekt der Active Help Stiftung, ein therapeutischer Hochseilgarten in Bamberg, machte Andreas Krumpholz Lust auf ein ähnliches - wenn auch kleineres - Aktiv-Projekt. Es fiel ihm nicht schwer, seinen Kollegen Erwin Röhrl (Manager Financial Controlling) und die Mitarbeiter der Rechts- und Finanzabteilung für ein solches Projekt zu begeistern. Bei einer Umfrage unter den Mitarbeitern, sprachen sich 97% der Abteilung dafür aus, einen Tag lang handwerklich für benachteiligte Kinder und Jugendliche zu arbeiten.

Das passende Projekt
Zunächst musste eine Kinderhilfseinrichtung gefunden werden, die praktische Arbeit für die ca. 40 Microsoft Mitarbeiter hatte. Fündig wurde man beim Albert Schweitzer Familienwerk in Rückersdorf bei Nürnberg, wo in einem heilpädagogischen Kleinheim 13 entwicklungsbeeinträchtigte Kinder und

Jugendliche zusammen mit ihren Hauseltern leben und so intensiv betreut werden, dass sie eine Chance haben, in ein "normales" Leben zurück zu kehren.


Die Sternstunden als Partner
Für diese jungen Menschen wollten die Microsoft Mitarbeiter an einem Tag ein Spielschiff mit Krähennest, eine Vogelnestschaukel, einen Sandkasten, eine Feuerstelle, sechs Bänke, drei Tische und einen Car- bzw. Bikeport bauen. Die Initiative Sternstunden e.V., die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, hatte bereits im Jahr 2000 den Bau eines der beiden Heimgebäude in Rückersdorf, das sogenannte Sternstundenhaus finanziert. Claudia Lamprecht von den Sternstunden wollte auch den Bau des Spielareals unterstützen und so übernahm der Verein die Materialkosten des Projekts.

105 Tonnen Fallschutzkies
Nach einer Einweisung am Vorabend begannen am 5. Juni um 9.00 Uhr 40 Microsoft Mitarbeiter, unterstützt von einigen Kollegen, die extra aus Hamburg angereist waren, Löcher zu graben, Zement zu mischen, Steine zu schleppen, Balken und Bretter zu sägen, zu schleifen, zu verschrauben und zu nageln, Gerüste aufzustellen und zu bemalen, Büsche zu pflanzen und zu guter letzt 105 Tonnen Fallschutzkies unter das fertige Schiff zu schaufeln! nach vielen Stunden anstrengender aber freudevoller Arbeit hatten die Microsoft Mitarbeiter den Kindern des Sternstundenhauses ein attraktives Spielareal geschaffen. Der Dank bestand in vielen glücklichen Kinderaugen und der Erinnerung an einen ganz besonderen Arbeitstag.

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Neues "Sternschnuppenhaus" auf Ludwigshöhe eröffnet
Heim für vier Kinder
Renoviertes Haus für zweite "Familie" - Dank an viele Sponsoren

 

von Susanne Faschingbauer
RÜCKERSDORF - Nach einem Jahr Renovierungszeit hat die Albert-Schweitzer Stiftung am Samstag zur Einweihungsfeier ihres neuen "Sternschnuppenhauses" eingeladen, ein zweites Gebäude neben dem bestehenden "Sternstundenhaus" auf der Ludwigshöhe in Rückersdorf.

Für vier Kinder soll das Haus auf der Waldlichtung ein neues Heim werden, in dem sie in einer familienähnlichen Atmosphäre aufwachsen dürfen. Neben Bürgern aus der Gemeinde, Mitarbeitern und Verantwortlichen waren auch stellvertretende Landrätin Marlene Mortler und Bürgermeister Werner Pleyer zu den Feierlichkeiten gekommen.

"Das Haus war wahnsinnig heruntergekommen. Da wuchsen Bäume innen drin und die Decke kam schon fast herunter", beschreibt Heiner Koch, Geschäftsführer vom Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern, den früheren Zustand des jetzigen "Sternschnuppenhauses". Heute, beinahe ein Jahr später, steht an der selben Stelle ein renoviertes Wohnhaus mit anspruchsvoller Holzfassade, mehreren geräumigen Zimmern und schöner Einrichtung.

Das mehrstöckige Haus soll das neue Heim einer Großfamilie werden: Vier Kinder, die aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen und nicht bei ihren Eltern wohnen können, ziehen dort gemeinsam mit einer Hausmutter, deren zwei leiblichen Kindern und ihrem Lebensgefährten ein.
So eine Konstellation muss doch zu Spannungen führen? "Natürlich braucht es eine gewisse Einstiegszeit", sagt die Hausmutter Manuela Körber. "Aber mir bereitet es unheimlich viel Spaß, in einer großen Familie mit vielen Kindern zu leben". Und nicht nur sie selbst erfülle das Leben in der Großfamilie, sondern auch ihre eigenen Kinder profitieren vom Aufwachsen in diesem etwas anderen sozialen Umfeld. "Sie haben sich verändert in den zwei Jahren und mögen das Leben hier."

Körber hat bereits vor zwei Jahren mitgeholfen das Sternstundenhaus ins Leben zu rufen. Dieses steht einige hundert Meter entfernt und gibt neun weiteren Kindern die Chance auf einen Neuanfang, das heißt Chance, quasi in einer "normalen" Familie zu leben.
Und die leiblichen Eltern? Die Kinder, die im Sternstunden- bzw. -schnuppenhaus wohnen, sind keine Waisen, sondern können aus unterschiedlichen Gründen einfach nicht mehr bei ihren Eltern leben. Aber der Kontakt zu Mutter und Vater ist wichtig. "Manche Eltern kommen zu Besuch oder die Kinder fahren in den Ferien hin", so Körber.

Zur Realisierung des Projektes waren natürlich viele Aufwendungen nötig. Durch Spenden konnten sie finanziert werden. Heiner Koch nutzte die Feierlichkeiten, um sich nochmals ausdrücklich bei den Sponsoren zu bedanken. Besonderen Dank richtete er hierbei an Ursula Sulka vom Förderverein Sternstunden. Die Vereinigung hatte bereits den Aufbau des Sternstundenhauses finanziert und nun wiederum einen Scheck im Wert von 66000 Euro zur Verfügung gestellt.

Lob von Marlene Mortler
Stellvertretende Landrätin Mortler gab in ihrer Rede zu, zum ersten Mal das Sternstundenhaus zu besuchen und äußerte ihre Begeisterung für das Projekt. Besonders den Einsatz der Mitarbeiter wisse sie zu schätzen. Dieses "heilpädagogische Kleinheim" stelle einen großen Wert das, lobte sie.
Genauso zollte Bürgermeister Werner Pleyer vor allem den Mitarbeitern und deren Arbeit Anerkennung. Weiterhin betonte er, wie wichtig es sei, die persönliche, heimische Atmosphäre in den Häusern aufrecht zu erhalten und sprach sich gegen eine Erweiterung aus. Denn nur in dieser kleinräumigen Atmosphäre würde die familiäre Umgebung geschaffen, in der es gelingen könne, die Kinder angemessen aufs Leben vorzubereiten.

Seeräuberlied zum Abschluss
Zum Abschluss der offiziellen Veranstaltungen führten die Kinder die Gäste auf ihren neuen Spielplatz und gaben ein altes Seeräuberlied zum Besten.
"Wir sind Piraten, haben einiges gesehen und bleiben nun hier. Das könnt ihr wohl verstehen...", schrie der "Kapitän" vom Ausguckturm des Schiffes, welches da in einem großen runden Sandkasten steht. Und schon fingen die Sternstundenpiraten an, fröhlich zu singen "Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen...". Für die Gäste des Festes war es schön zu sehen, wie sich die Wogen im Leben der Kinder hier im Sternstunden- und -schnuppenhaus allmählich wieder zu glätten scheinen.

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