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von Susanne Faschingbauer
RÜCKERSDORF - Nach einem Jahr Renovierungszeit hat die Albert-Schweitzer
Stiftung am Samstag zur Einweihungsfeier ihres neuen "Sternschnuppenhauses"
eingeladen, ein zweites Gebäude neben dem bestehenden "Sternstundenhaus"
auf der Ludwigshöhe in Rückersdorf.
Für vier Kinder
soll das Haus auf der Waldlichtung ein neues Heim werden, in dem sie in
einer familienähnlichen Atmosphäre aufwachsen dürfen. Neben
Bürgern aus der Gemeinde, Mitarbeitern und Verantwortlichen waren
auch stellvertretende Landrätin Marlene Mortler und Bürgermeister
Werner Pleyer zu den Feierlichkeiten gekommen.
"Das Haus war
wahnsinnig heruntergekommen. Da wuchsen Bäume innen drin und die
Decke kam schon fast herunter", beschreibt Heiner Koch, Geschäftsführer
vom Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern, den früheren Zustand des
jetzigen "Sternschnuppenhauses". Heute, beinahe ein Jahr später,
steht an der selben Stelle ein renoviertes Wohnhaus mit anspruchsvoller
Holzfassade, mehreren geräumigen Zimmern und schöner Einrichtung.
Das mehrstöckige
Haus soll das neue Heim einer Großfamilie werden: Vier Kinder, die
aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen und nicht bei ihren Eltern
wohnen können, ziehen dort gemeinsam mit einer Hausmutter, deren
zwei leiblichen Kindern und ihrem Lebensgefährten ein.
So eine Konstellation
muss doch zu Spannungen führen? "Natürlich braucht es eine
gewisse Einstiegszeit", sagt die Hausmutter Manuela Körber.
"Aber mir bereitet es unheimlich viel Spaß, in einer großen
Familie mit vielen Kindern zu leben". Und nicht nur sie selbst erfülle
das Leben in der Großfamilie, sondern auch ihre eigenen Kinder profitieren
vom Aufwachsen in diesem etwas anderen sozialen Umfeld. "Sie haben
sich verändert in den zwei Jahren und mögen das Leben hier."
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Körber hat
bereits vor zwei Jahren mitgeholfen das Sternstundenhaus ins Leben zu
rufen. Dieses steht einige hundert Meter entfernt und gibt neun weiteren
Kindern die Chance auf einen Neuanfang, das heißt Chance, quasi
in einer "normalen" Familie zu leben.
Und die leiblichen Eltern? Die Kinder, die im Sternstunden- bzw. -schnuppenhaus
wohnen, sind keine Waisen, sondern können aus unterschiedlichen Gründen
einfach nicht mehr bei ihren Eltern leben. Aber der Kontakt zu Mutter
und Vater ist wichtig. "Manche Eltern kommen zu Besuch oder die Kinder
fahren in den Ferien hin", so Körber.
Zur Realisierung
des Projektes waren natürlich viele Aufwendungen nötig. Durch
Spenden konnten sie finanziert werden. Heiner Koch nutzte die Feierlichkeiten,
um sich nochmals ausdrücklich bei den Sponsoren zu bedanken. Besonderen
Dank richtete er hierbei an Ursula Sulka vom Förderverein Sternstunden.
Die Vereinigung hatte bereits den Aufbau des Sternstundenhauses finanziert
und nun wiederum einen Scheck im Wert von 66000 Euro zur Verfügung
gestellt.
Lob von Marlene
Mortler
Stellvertretende Landrätin Mortler gab in ihrer Rede zu, zum ersten
Mal das Sternstundenhaus zu besuchen und äußerte ihre Begeisterung
für das Projekt. Besonders den Einsatz der Mitarbeiter wisse sie
zu schätzen. Dieses "heilpädagogische Kleinheim" stelle
einen großen Wert das, lobte sie.
Genauso zollte Bürgermeister Werner Pleyer vor allem den Mitarbeitern
und deren Arbeit Anerkennung. Weiterhin betonte er, wie wichtig es sei,
die persönliche, heimische Atmosphäre in den Häusern aufrecht
zu erhalten und sprach sich gegen eine Erweiterung aus. Denn nur in dieser
kleinräumigen Atmosphäre würde die familiäre Umgebung
geschaffen, in der es gelingen könne, die Kinder angemessen aufs
Leben vorzubereiten.
Seeräuberlied
zum Abschluss
Zum Abschluss der offiziellen Veranstaltungen führten die Kinder
die Gäste auf ihren neuen Spielplatz und gaben ein altes Seeräuberlied
zum Besten.
"Wir sind Piraten, haben einiges gesehen und bleiben nun hier. Das
könnt ihr wohl verstehen...", schrie der "Kapitän"
vom Ausguckturm des Schiffes, welches da in einem großen runden
Sandkasten steht. Und schon fingen die Sternstundenpiraten an, fröhlich
zu singen "Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen...".
Für die Gäste des Festes war es schön zu sehen, wie sich
die Wogen im Leben der Kinder hier im Sternstunden- und -schnuppenhaus
allmählich wieder zu glätten scheinen.
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