Über uns

Das Familienwerk

 

Das Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der sich bei seiner Gründung 1996 zum Ziel gesetzt hat, kleine, überschaubare Einrichtungen für Kinder und Jugendliche in Bayern zu schaffen. Das Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern ist Mitglied im Verband der Albert-Schweitzer-Familienwerke und Kinderdörfer e.V. In dem Verband haben sich Albert-Schweitzer-Familienwerke und Kinderdörfer aus ganz Deutschland zusammengeschlossen. Bundesweit werden ca. 600 Kinder und Jugendliche stationär in Kinderdorfeinrichtungen und insgesamt ca. 9500 Menschen durch weitere Einrichtungen des Verbandes betreut. Alte und kranke Menschen sowie Menschen mit Behinderung werden ebenfalls im Albert-Schweitzer-Familienwerk betreut.

Die Albert-Schweitzer-Familienwerk Stiftung Bayern unterstützt seit seiner Gründung 2002 die Arbeit des Albert-Schweitzer-Familienwerkes. Die Stiftung ist Mitglied im Bundesverband deutscher Stiftungen.

Das Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern e.V. versteht sich als ein Träger differenzierter Angebote für Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können.

Das Besondere am Albert-Schweitzer-Familienwerk sind die übersichtlichen Einrichtungen mit kleinen Gruppen. Zum Beispiel leben in jedem Kleinheim, Kinderdorfhaus oder Erziehungsstelle professionelle Pädagogen als Hauseltern mit den Kindern unter einem Dach. Die Kindergärten und Kinderkrippen sind maximal zweigruppig. In solch überschaubaren Einrichtungen kann jeder betreute Mensch und auch jeder Mitarbeiter deutlich leichter als Individuen mit ihren eigenen Fähigkeiten und Besonderheiten gesehen werden.

 

Die Bedeutung Albert Schweitzers

Albert Schweitzer ist der Namenspatron unserer Einrichtungen. Er hat, wie er 1957 in einem Brief schrieb, diese Aufgabe gern übernommen.

"Ich danke Ihnen für die Sympathie, die Sie mir bekunden, indem Sie meine Einwilligung erbitten, dem Kinderdorf meinen Namen zu geben. Gern tue ich dies. Kinderdörfer dieser Art sind eine Notwendigkeit in dieser Zeit. Möge der Bau des Dorfes vorangehen und möge das Werk gedeihen und viel Segen stiften." (Schweitzer, 1957). Aus dem einen Kinderdorf von 1960 haben sich viele Kinderdörfer und vergleichbare Einrichtungen entwickelt, die sich alle der Ethik Albert Schweitzers und seiner gelebten Mitmenschlichkeit verpflichtet fühlen.

Der Tropenarzt, Theologe, Kulturphilosoph, Musiker und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer ist in unserer Arbeit mit den Kindern Wegbegleiter und Vorbild.

Ehrfurcht vor dem Leben ist der zentrale Begriff der Ethik Albert Schweitzers. Ausgangspunkt ist "die unmittelbarste Tatsache des Bewusstseins des Menschen [...]: ‚Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.' Als Wille zum Leben inmitten von Leben erfasst sich der Mensch in jedem Augenblick, in dem er über die Welt um sich herum nachdenkt. Aus dieser Erkenntnis leitet er seine radikal humanistische Haltung ab.

"Zugleich erlebt der denkend gewordene Mensch die Nötigung, allem Willen zum Leben die gleiche Ehrfurcht vor dem Leben entgegenzubringen, wie dem eigenen. Er erlebt das andere Leben in dem seinen. Als gut gilt ihm: Leben erhalten, leben fördern, entwickelbares Leben auf seinen höchsten Wert zu bringen; als böse: Leben vernichten, Leben schädigen, entwickelbares Leben niederhalten. Dies ist das denknotwendige, absolute Grundprinzip des Sittlichen." (Albert Schweitzer, 1931).

Albert Schweitzer war bei seinen vielfältigen Begabungen als Musiker, Arzt und Theologe immer ein Mensch der Tat. Er sagte, was er dachte und er tat, was er sagte. Seine Glaubwürdigkeit war und ist stark mit dieser Übereinstimmung von Wort und Tat verbunden. Er forderte von niemandem etwas, das er nicht auch selber bereit gewesen wäre zu geben. Er verbrachte einen großen Teil seines Lebens in Lambarene, um das Elend, das er dort vorfand, zu mildern. In Lambarene hat er sich um alle Belange gekümmert, vom Hausbau bis zur fachlich anspruchsvollen Operation.

Die innewohnenden Eltern im Albert-Schweitzer-Familienwerk geben sich auch mit ihrer ganzen Person in die Aufgabe. Sie haben sich dazu entschieden, die Trennung von Arbeit und Privatleben weitgehend aufzugeben. Sie haben sich dafür entschieden, Kinder und Jugendliche, die nicht bei Ihren Eltern aufwachsen können, zu sich in die Familie mit aufzunehmen. Für Kinder gibt es im Allgemeinen kein besseres Zuhause als eine Familie. Die Kinderdorffamilie und die Erziehungsstelle kann und soll den Kindern gesundes Vorbild sein und ein Modell für ihren eigenen Lebensentwurf bieten.

Die Hauseltern und Erziehungsstellenleiterinnen sind in ihrer ganzen Person gefordert. Sowohl fachliche wie auch persönliche, hauswirtschaftliche und handwerkliche Fähigkeiten werden von dem Paar gefordert. Auch da kann das Leben und Wirken Albert Schweitzers Vorbild sein.

Albert Schweitzer hat sich wenig zu pädagogischen Themen geäußert. Was für unsere Arbeit in Theorie und Praxis im Kinderdorf eine Rolle spielt, ist das Menschenbild und die Ethik, die Albert Schweitzer geprägt hat. Überliefert ist, dass er als junger Mann Überlegungen angestellt hat, Kinder zu sich zu nehmen und diese aufzuziehen. Sein Ziel lag dabei auch darin, diese Kinder dahin gehend zu erziehen, dass sie ihrerseits wieder Kinder, die ohne Eltern sind, aufnehmen.

 

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